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Neubacher Elisabeth

Neubacher Elisabeth
18Apr2021

Christine Lavant: Das Wechselbälgchen

Die 1915 in St. Stefan im Lavanttal/Kärnten geborene Christine Lavant (gest. 1973) beleuchtet in Gedichten und Prosa stets die Schattenseiten irdischer Existenz.

Von frühester Kindheit an hat sie die christlichen Lehren in der engen Dorfgemeinschaft kennengelernt und erlebt. Erstarrte religiöse Formeln - mal Trost verheißend mal drohend,  Heiligen-, Geister- und Teufelsgeschichten, mechanisierte Riten mussten vollzogen werden, um gegen Krankheit zu helfen oder vor dem Bösen zu bewahren.

Das ist auch die Welt, in der Christine Lavants Erzählung spielt.

Erst 1998 wurde sie posthum veröffentlicht.

Genau, sensibel, mitunter auch ironisch formuliert sie, ohne jemals irgendeine der Figuren zu denunzieren, kennt sie doch deren Sprache mit ihrer eigentümlichen Idiomatik bis in die alltäglichsten, scheinbar selbstverständlichsten Wendungen.

Mit großer Eindringlichkeit beschreibt sie die Ausgrenzung einer Schwachen aus der dörflichen Gemeinschaft.

Die Geschichte vom „Wechselbälgchen“, das den Namen Zitha trägt (eine Anspielung auf Zita vonBourbon-Parma) wird am Ende zur ergreifenden Moritat, die einen so schnell nicht mehr loslässt.

Die drei Teile hören Sie am 21.04., 05.05. und am 19.05.2021.

Die Erzählung Wolfgang Borchert: Schyschyphusch oder Der Kellner meines Onkels gibt es hier zum Nachhören:

07Apr2021

Wolfgang Borchert: Schyschyphusch oder Der Kellner meines Onkels

Ein weiteres Mal präsentiert Helga Gutwald in ihrer Sendereihe eine Erzählung von Wolfgang Borchert.

Vom Kriegsgeschehen schwer krank und seelisch zutiefst erschüttert kehrt er nach 3 Jahren Kriegsdienst 1945 nach Hamburg zurück. 2 Jahre später stirbt er 26jährig an den Folgen einer Lebererkrankung.

Die Kurzgeschichte ist ein ungewöhnlich humorvoller Text Wolfgang Borcherts und gehört zu seinen bekanntesten Werken.

Der Titel nimmt Bezug auf die griechische Mythengestalt Sisyphus, der dazu verdammt ist, stets aufs Neue einen Felsbrocken auf einen Berg der Unterwelt hinauf zu schleppen, der jedes Mal am Ende wieder hinab rollt.

Für den Kellner ist es der „Stein der Sprache“, an den er gebunden ist und den er ein Leben lang nicht zu bewältigen vermag.

Die zweite Hauptfigur geht auf Borcherts realen Onkel Hans Salchow zurück, welcher trotz schwerer Verwundung mit ungebrochenem Lebensmut aus dem Krieg zurück kehrte und von seinem Neffen grenzenlos verehrt wurde.

Derselbe Sprachfehler, ein feuchtwässriges „sch“, bringt zwei Menschen zusammen, die einander so verschieden sind, wie ein „Karrengaul vom Zeppelin“ ….

 

24Mär2021

Hamed Abboud: Zwei Erzählungen

Den in Wien lebenden, 1987 geborenen, syrischen Schriftsteller hier ausführlich vorstellen zu müssen hieße wahrscheinlich Eulen nach Athen tragen.
Mehrmals hat Helga Gutwald in ihrer Lyrik-Sendereihe schon Texte von ihm präsentiert. Gemeinsame Lesungen führten die beiden unter anderem ins Theater Phoenix und zu den Literarischen Nahversorgern nach Schlierbach.
Zwei Mal war er auch im Theater Kirchdorf zu Gast, zuletzt am 03.März 2020. Da konnte gerade noch vor dem ersten langen Lockdown sein zweites Buch „In meinem Bart versteckte Geschichten“ vorgestellt werden.
In der Zwischenzeit war er nicht untätig, und so sind diesmal zwei seiner neuen Erzählungen hier zu hören.

24Feb2021

Hermann Broch: Die Erzählung der Magd Zerline

Hermann Broch, 1886 in Wien geboren, leitete zwanzig Jahre lang die Textilfabrik seiner Familie, bevor er 1927 begann, als Schriftsteller zu arbeiten. Seine Romane "Der Tod des Vergils" und "Die Schlafwandler" machten ihn zu einem der bedeutendsten Autoren Mitteleuropas. Nach Österreichs "Anschluss" an das Deutsche Reich 1938 musste er als Jude in die USA fliehen. Er lebte in New York, in Princeton und New Haven. Hermann Broch starb 1951.

»Die Erzählung der Magd Zerline« ist ein Kapitel aus seinem letzten, 1950 erschienen, Roman »Die Schuldlosen«, einem Gesellschaftsporträt aus der Weimarer Republik.

Doch die Erzählung ist aus sich heraus eigenständig und verständlich.

Zerline enthüllt eine abgründige Familien- und dabei auch ihre eigene Seelengeschichte. Es ist eine intime Lebens- und Liebesbeichte, die Sehnsüchte, Kränkungen und Rachegefühle offenlegt und nicht zuletzt einen handfesten Kriminalfall schildert, in den alle handelnden Personen verwickelt sind und von dem hier nur so viel gesagt werden soll, als dass am Ende ein großer Verzicht steht.

Teil 1 hören Sie am 24. Februar, Teil 2 am 10. März

 

Die Pratergeschichten von Felix Salten gibt es hier zum Nachhören:

10Feb2021

Felix Salten: Pratergeschichten

Felix Salten (1869–1945) war einer der führenden Feuilletonisten seiner Zeit , einflussreicher Journalist, mächtiger Kulturkritiker, experimentierfreudiger Theatergründer, engagierter Repräsentant des Judentums, umstrittener Literaturfunktionär und Mitstreiter des literarischen Netzwerks Jung-Wien um Hugo von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler, ein bedeutender Protagonist des kulturellen Lebens der Wiener Moderne.

Zu alldem verfasste er zahlreiche Romane, Novellensammlungen, Theaterstücke und Drehbücher für Filme. Fast alles davon ist in Vergessenheit geraten, nur zwei Bücher haben überdauert und sind heute noch bekannt. Diese beiden Werke könnten aber gegensätzlicher nicht sein, ihre Protagonisten sind nämlich das niedliche Reh Bambi und die derbe Wiener Prostituierte Josefine Mutzenbacher. Wobei Saltens Autorenschaft des letzteren Werkes nicht eindeutig bewiesen werden kann.

Wie es 1911 zu Saltens Text über den Wurstelprater gekommen ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Im Grunde handelt es sich um 24 in sich geschlossene, feuilletonistische Skizzen von unterschiedlicher Länge.

Helga Gutwald bringt Auszüge aus diesen pointierten, zum Teil melancholischen, aber auch sarkastischen Studien zu Gehör.

Zu hören am 10. Februar 2021

07Jan2021

Brief an einen Ausgelieferten

Antoine de Saint Éxupery

Brief an einen Ausgelieferten – Bekenntnis einer Freundschaft. Am 13. u. 27. Jänner 2021

Das Jahr 2021 eröffnet Helga Gutwald mit einem Text, den sie bereits in ihrer

Lyrik-Sendereihe präsentiert hat und der zu ihrem „Lebenstext“ geworden ist:

Es ist der bewegende, fiktive literarische Brief, den Antoine de Saint-Exupéry 1941 aus seinem amerikanischen Exil an seinen jüdischen Freund Léon Werth geschrieben hat.

Ein Text, hochpoetisch, essayistisch und politisch gleichermaßen und würdig, ein neues Erzähljahr zu beginnen.

Antoine de Saint-Exupéry, Jahrgang 1900, ist als Schriftsteller und Pilot bekannt geworden. Neben „Wind, Sand und Sterne“, „Südkurier“,  „Die Stadt in der Wüste", „Nachtflug“ hat vor allem "Der kleine Prinz" seinen literarischen Ruhm begründet.

In einem seiner Werke schreibt der leidenschaftliche Flieger:

 „Man ersehnt die Landung auf der Erde wie ein Paradies, und man sucht seine Wahrheit in den Sternen.“

Einer dieser Sterne, nämlich der Asteroid 2578 trägt seit 1975 seinen Namen.

30Dez2020

Rainer Maria Rilke: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke

1899, angeregt durch eine familiäre Überlieferung, schreibt Rilke im Alter von 24 Jahren diese Erzählung, die er bis zur Erstveröffentlichung 1904 mehrmals umarbeitet.

1912 wird der kleine Band die erste Nummer der bis heute erfolgreichen Insel-Bücherei. Die erste Auflage war rasch vergriffen, in schnellem Rhythmus folgten immer neue, der Cornet avancierte zum Kultbuch mit Millionenauflage und  legte den Grundstein für den Erfolg des Autors und der unverwechselbaren Buchreihe.

Die Erzählung vom jungen Fahnenträger, der mit großen Augen durch die Schrecknisse eines universellen Krieges taumelt, die erste körperliche Liebe erlebt und einen heroischen, gleichwohl sinnlosen Tod stirbt, hat bis heute nichts von ihrer Sprachschönheit und Gültigkeit verloren.

Die Erzählung Die drei dunklen Könige von Wolfgang Borchert gibt es hier zum Nachhören:

 

16Dez2020

Wolfgang Borchert: Die drei dunklen Könige

Nachkriegsautor nennt man ihn, aber es ist Kriegsliteratur im wahrsten Sinne des Wortes, die er geschrieben hat. Dennoch sind seine Erzählungen mehr als bloße Darstellungen dieser Zeit. Mit ihrer Aussage gehen seine Erzählungen über die damalige Gegenwart hinaus. Sie enthalten Botschaften, die sich an die Zukunft richten.

"Die drei dunklen Könige" besitzt klare Bezüge zur Weihnachtsgeschichte aus dem Neuen Testament im Evangelium nach Matthäus. Neben einer Forderung nach Nächstenliebe enthält die Erzählung auch noch eine Forderung nach Frieden.

"Zwischen Verwüstung und Hoffnung, zwischen Tod und Leben, zwischen Verzweiflung und Gläubigkeit wuchs das Werk Wolfgang Borcherts" schreibt Bernhard Meyer-Marwitz in seinem biographischen Nachwort in Borcherts Gesamtwerk.

Die Erzählungen von Marlen Haushofer gibt es hier zum Nachhören:

18Nov2020

Marlen Haushofer

 

“Wenn Literatur bedeutet, uns gewöhnliche Erfahrungen durch die Sinnlichkeit der Sprache und die Genauigkeit der Beobachtungen neu sehen zu lassen, dann gehört Marlen Haushofer sicher zu den bedeutendsten Autoren unseres Jahrhunderts.”  - ein Zitat aus „Der Tagesspiegel“

Geboren am 11. April 1920 in Frauenstein, gestorben am 21. März 1970 in Wien  – das bedeutet also für heuer ein sozusagen doppeltes Jubiläumsjahr. Und gerade noch rechtzeitig widmet sich Helga Gutwald in 2 Folgen ihrer Sendereihe dieser außergewöhnlichen Schriftstellerpersönlichkeit.

Haushofers  kurze Geschichten kommen zwar oft unscheinbar und harmlos daher, doch gelegentlich verbergen sich in ihnen bereits jene Abgründe, für die  ihre späteren Novellen und Romane bekannt wurden.

Dennoch finden sich Humor und Witz darin, spielerische Selbstironie ebenso wie  bissige Satire.

Und genau solche Erzählungen hat Helga Gutwald für ihre Sendungen aufgespürt.

Ihr dürft gespannt sein!

Teil 1 hört ihr am 18. November und Teil 2 am 2. Dezember. Wie immer um 20:30.

 

Die Pechbrenner von Adalbert Stifter gibt es hier zum Nachhören:

 

 

07Okt2020

Adalbert Stifter: Die Pechbrenner Teil 1

In ihrer neuen Sendereihe PERLEN DER ERZÄHLKUNST widmet sich Helga Gutwald als erstes

Adalbert Stifter und seiner Erzählung Die Pechbrenner  

Adalbert Stifter, geboren am 23. Oktober 1805 in Oberplan (Böhmen) und gestorben am 28. Januar 1868 in Linz, österreichischer Dichter, Autor, Pädagoge, aber auch Maler, gilt als bedeutender Vertreter des Biedermeier, was sich vor allem durch die detaillierten Schilderungen der Natur, des Privaten und des Häuslichen und Heimatlichen in epischer Breite in seinen Werken nachempfinden lässt.

Von manchen bloß als langatmiger und leidenschaftsloser Naturdarsteller gesehen, entdecken andere in ihm einen Vorboten der Moderne mit einem feinen Sinn für das Abgründige.

Bestes Beispiel dafür ist seine Erzählung „Die Pechbrenner“, die er 1852 zur Erzählung „Granit“ deutlich umgeformt und entschärft hat.

„… wer würde schon einem Stifter naturalistische Kraßheiten zutrauen wie etwa die: daß beispielsweise zwei jungen Überlebenden, einer fast am Verhungern, der Hunger vergeht im Verwesungsgestank der Pestleichen. wer würde schon dem Pädagogen Stifter zutrauen, daß ein Vater seinen kleinen Sohn zum Tod bestimmt zur Strafe dafür, daß er als unbeirrbarer Samariter Pestkranken zu essen gebracht hat. siehe auch die Gewalttätigkeit der ins Hochland geflüchteten Gesunden, als Infizierte zu ihnen hinansteigen! ….“ schreibt  Julian Schutting  in dem Artikel

„Ein recht anderer Adalbert Stifter, Etwas wie eine Rezension.“

Lasst euch diese literarische Kostbarkeit nicht entgehen!

Die Teile 2 und 3 hört ihr am 21. Oktober und am 4. November.

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